Wolfgangs Filmhighlights 2017

Sa, 30. Dez 2017


Ticket Infos


RSS
Facebook
Facebook
Twitter
Wolfgangs Filmhighlights 2017

Wolfgangs Filmhighlights 2017

The Party & The Square

//////////

Local-Bühne Obmann und Filmkenner Wolfgang Steininger präsentiert zwei seiner Filmhighlights 2017 in Originalfassung mit Untertiteln

Eintritt frei für Local-Bühne Mitglieder!

//////////

19:00 Uhr

THE PARTY

GB 2017, 71 min, R: Sally Potter, K: Aleksei Rodionov, D: Patricia Clarkson, Bruno Ganz, Cherry Jones, Emily Mortimer, Kristin Scott Thomas, Timothy Spall

Komödie um eine Party in der besseren Gesellschaft Londons, die aus dem Ruder läuft.

Viel Gelächter, Begeisterung und Kritik erntete Sally Potters THE PARTY, dessen Titel sich auf Party wie Partei bezieht, bei der Premiere im Wettbewerb der Berlinale. Ihr Film ist ähnlich angelegt wie der ebenfalls im Wettbewerb der Berlinale 2017 laufende “The Dinner” und fungiert als britisches Pendant zum US-Film. Beide erzählen vom aktuellen State of Mind in ihren Ländern. THE PARTY ist ein Ensemblestück, das an einem Abend, an einem Ort spielt, in dessen Verlauf Überzeugungen und Gefühle der Gastgeber und Gäste aus der besseren Gesellschaft über den Haufen geworfen werden, Wahrheiten und Heuchelei offengelegt werden. Kristin Scott Thomas´ Janet ist zur Gesundheitsministerin ernannt worden. Das soll gefeiert werden. Die Party der Parteiheldin wird keine richtige Party werden in der “leichten politischen Komödie”, wie Potter ihren Film beschreibt, zu dem sie auch das Drehbuch schrieb mit seinen scharfzüngigen Dialogen und saukomischen, extrem zugespitzten Situationen. Auch sie hat wie Oren Moverman bei “The Dinner” ein herausragendes Ensemble zur Verfügung, das in zwei Wochen hochkonzentrierter Arbeit tolle Leistungen ablieferte. Wunderbar Patricia Clarkson als April, die mit zynischen Sprüchen alles niedermacht, herrlich Bruno Ganz als Aprils Mann Gottfried, ein Aromatherapeut, der mit Plattitüden seine Mitmenschen doch irgendwie positiv beeinflusst, oder Timothy Spall, der Janets betrunkenen Mann Bill mimt (und mit seinem Faible für Plattenauflegen für die musikalische Untermalung sorgt).
In wunderschönem Schwarz-Weiß filmt Kameramann Alexej Rodionow, der auch Potters ORLANDO aufnahm, diese eskalierende “Party” in Wohnung und Garten der Gastgeberin, in der das Lesbenpaar Drillinge ankündigt, Bill, dass er todkrank ist, Tom eine Waffe mitbringt, und das alles bevor der letzte Gast gekommen ist. Der kommt nach knalligen 70 Minuten.

Kürzer ist in diesem Jahr kein Film im Wettbewerb, pointierter und intelligenter war – zumindest bislang – auch keiner. – TAZ
The Party ist vor allem: ein schneller, böser Spaß. – Die Zeit

20:30 Uhr

THE SQUARE

SE/DE/FR/DK 2017, 142 min, R: Ruben Östlund, K: Fredrik Wenzel, D: Claes Bang, Elisabeth Moss, Dominic West, Terry Notary, Marina Schiptjenko, Christopher Læssø

Ein Museumskurator gerät bei der Suche nach seinem gestohlenen Handy in immer absurdere Situationen.

Christian ist erfolgreicher Kurator des Museums für zeitgenössische Kunst in Stockholm. Er lebt getrennt, ist ein engagierter Vater von zwei Töchtern, fährt ein Elektroauto und setzt sich für die gute Sache ein. Gegenwärtig bereitet er für das Museum das neue Projekt »The Square« vor. Dabei handelt es sich um eine Kunstinstallation, ein weiß eingegrenztes Quadrat von vier mal vier Metern auf einem beliebigen öffentlichen Platz, das Passant_innen zu altruistischem Handeln einladen und sie an ihre Rolle als verantwortungsbewusste Mitmenschen erinnern soll. Doch oft ist es schwierig, im Alltag seinen eigenen Idealen gerecht zu werden. Als Christians Handy gestohlen wird, begibt er sich auf die Jagd nach dem Täter. Auf der Suche nach ihm gerät er in immer absurdere Situationen. Christian beginnt daraufhin, sein eigenes moralisches Handeln zu hinterfragen. Gleichzeitig ist er mit einer provokanten Marketingkampagne konfrontiert, die die museumseigene PR-Agentur für »The Square« entwickelt hat. Die Resonanz ist überwältigend und stürzt sowohl Christian als auch sein Museum in eine existenzielle Krise.

Es ist hinreißend zuzusehen, wie Östlund seinen Figuren und damit auch dem Zuschauer mit minimalen Mitteln den Boden unter den Füßen wegzieht, ihnen den Spiegel vorhält. Wenigstens vier Szenen sind sofort Klassiker – ein Streit über die Entsorgung eines gebrauchten Kondoms, eine Podiumsdiskussion mit einem arroganten Künstler, die von einem Mann mit Tourette-Syndrom gestört wird, eine Auseinandersetzung mit einem Jungen, den Christians Brief in Schwierigkeiten gebracht hat, und natürlich die eine Sequenz, über die nach dem Film am meisten gesprochen wurde: Bei einem festlichen Dinner für Sponsoren werden die Anwesenden mit einem Mann mit Armstelzen konfrontiert, gespielt von dem Affenspezialisten Terry Notary (aus den PLANET DER AFFEN-Filmen), der ihnen als Tier im Menschen Angst machen soll, dabei aber weiter geht, als von seinen Auftraggebern vorgesehen. Es ist eine bemerkenswerte Szene, die im Grunde den kompletten absurd-satirischen Ansatz von THE SQUARE perfekt auf den Punkt bringt. – Blickpunkt:Film

//////////

Tickets: www.kino-freistadt.at