Festivalnews

22. Festival „Der neue Heimatfilm“

 Sonntag, 30.08.2009
"Dikoe Pole" gewinnt großen Spielfilmpreis der Stadt Freistadt, Dokumentarfilmpreis an "Shahida – Die Bräute Allahs"
Am Abend des 29. August wurden in Freistadt beim diesjährigen Festival "Der neue Heimatfilm" die Auszeichnungen für die Filme im Spiel- und im Dokumentarfilmwettbewerb vergeben. Festivaldirektor Wolfgang Steininger führte durch die Preisverleihung, die Preise wurden von Vizebürgermeisterin Ulli Steininger und Stadträtin Adelheid Kreischer überreicht.

Der mit 2.222,- Euro dotierte Spielfilmpreis der Stadt Freistadt wurde dem Film „Dikoe Pole“ (Wildes Feld) des russischen Regisseurs Mikhail Kalatosichvili von der Jury, Martin Abram (Schauspieler, Bozen), Franz Frei (Kulturattaché in Afrika und Zentralasien, Basel) und Annette Laubsch (Fernsehredakteurin, München), verliehen.

Den Dokumentarfilmpreis der Stadt Freistadt, dotiert mit 1.000,- Euro, vergab die Jury, Helene Christanell (Filmtage Bozen, Kaltern), Klaus Stanjek (Regisseur, Berlin) und Stefanie Stejskal (Polyfilm Verleih, Wien), an den israelischen Film „Shahida – Die Bräute Allahs“ der Regisseurin Natalie Assouline. „Shahida – Die Bräute Allahs“ ist Natalie Assoulines erster abendfüllender Dokumentarfilm.

Der Würdigungspreis der Stadt Freistadt wurde beim 22. Festival „Der neue Heimatfilm“ an den israelischen Filmemacher Micha Shagrir, der in Freistadt seinen neuesten Film „Upper Austrians without Borders“ präsentierte, verliehen.

Die Publikumswertung konnte die deutsch-bulgarisch-ungarisch-slowenische Koproduktion "Die Welt ist groß und Rettung lauert überall" von Regisseur Stephan Komandarev für sich entscheiden

Das Festival, das heuer mit einem BesucherInnenplus von rund 35% einen BesucherInnenrekord verbuchen konnte, endete am Abend des 30. August. Das 23. Festival "Der neue Heimatfilm" wird Ende August 2010 in Freistadt stattfinden.
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Jurybegründung zum "Spielfilmpreis der Stadt Freistadt"
Festival "Der neue Heimatfilm" #22, Freistadt 2009


Die Entscheidung der Jury ist einstimmig und unabhängig von anwesenden Gästen. Umso schöner ist es, dass der Regisseur unseres Preisträgerfilms hier ist.

Was er uns heute über „Stilles Licht“ gesagt hat, sagen wir über „Dikoe Pole - Wildes Feld“ von Mikhail Kalatoshvili: „Ein perfekter Film“. Mit einem tollen Drehbuch, überzeugenden SchauspielerInnen und beeindruckenden Bildern erzeugt er ein liebevolles Stück Heimat.

„Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die WILDEN Lande, als flöge sie nach Haus“ (frei nach Joseph von Eichendorff).


Jurybegründung zum "Dokumentarfilmpreis der Stadt Freistadt"
Festival "Der neue Heimafilm" #22, Freistadt 2009


Lobende Erwähnung für „Hans im Glück“ von Claudia Lehmann:
Die Regisseurin zeichnet ein cineastisch gelungenes sympathisches Portrait eines 40 jährigen Berliner Musikers. Über seine Person und seine lakonische Lebenshaltung öffnet sich ein vielschichtiges Bild der gesellschaftlichen Umwälzungen im Deutschland der letzten 40 Jahre.

Der Dokumentarfilmpreis geht an „Shahida – Die Bräute Allahs“:
Das ist der mutige Film der jungen Israelischen Regisseurin Natalie Assouline, die über zwei Jahre hinweg, palästinensische Kämpferinnen – teilweise mit ihren eigenen Kindern – in einem israelischen Gefängnis besucht, nachdem diese bei mörderischen Attentaten gefasst wurden. Mit großer Sachlichkeit und Fairness untersucht die Regisseurin die Motivation dieser Kriegerinnen, die den Tod nach Israel brachten und gleichzeitig doch auch Mütter sind.
Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten bei den Dreharbeiten im Gefängnis, fächert der Film die Komplexität und Widersprüchlichkeit seines Themas auf und zwingt den Zuschauer zur Auseinandersetzung. Er schafft es dabei, Mitgefühl und partiell sogar Verständnis für die Täterinnen zu wecken.
Ein berührender Film von großer Menschlichkeit.


Bilder

"Dikoe Pole"-Regisseur Mikhail Kalatosichvili mit dem Siegerscheck  
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