Festival

Das 22. Festival ...

Heimat hat etwas mit Vertrautem, auf das man sich verlassen kann, zu tun. Diesen Teil der „Heimat“ versuchen wir mit unserem Programm 2009 auch zu vermitteln. Keine großen Änderungen, Kontinuität, das Bewährte fortsetzen und interessante Filme präsentieren. Das wollen wir erneut in diesen fünf Tagen zum Sommerende. Nicht mehr und nicht weniger.
Die Auswahl war heuer reichhaltiger als in den letzten Jahren. Wir zeigen 32 Langfilme und mehr als ein dutzend Kurzfilme aus 16 Ländern. Sie erzählen uns Geschichten von Menschen und ihrer Heimat, der Verwurzelung in ihren Traditionen, aber auch über die Kehrseite, die Entwurzelung, die Migration und die Suche nach einer neuen Heimat.
Sowohl der Spielfilm- als auch der Dokumentarfilm-Wettbewerb um den Preis der Stadt Freistadt ist jeweils mit 7 Filmen bestückt. Diese österreichischen Erstaufführungen haben zum Teil bereits Preise bei großen internationalen Festivals errungen.
Manchen sind unsere Filme oft zu ernst. Denen kann heuer auch geholfen werden: Bei Nord, Dorfpunks und Vaclav, um nur einige Beispiele zu nennen, gibt’s was zu lachen, und wer unfreiwillige Komik liebt, ist bei Henners Traum bestens bedient.
Auch der Eröffnungsfilm Die Welt ist groß und Rettung lauert überall setzt die skurrile Komik von Ilija Trojanow sehr gut um. Trojanow wird zur Eröffnung am Mi. 26. kommen, und seine bulgarischen Landsleute von Scharena Sol werden den Abend mit Balkanklängen beschließen.
Wie wir es gewohnt sind, gibt es jeden Abend einen musikalischen Abschluß im Salzhof. Cyrill Schläpfer bringt uns wieder einmal Schweizer Volksmusik näher, Ronin kommen aus Italien, und ProtagonistInnen von BerlinSong besingen eben diese Stadt am Samstag, an dem auch Buster Fleischmann mit einer Neuvertonung von Im Anfang war der Blick Augen und Ohren zum Staunen bringen wird. Überhaupt ist der Samstag Musikerportraits gewidmet: Willi Resetarits, Slavko Ninic & die Wiener Tschuschenkapelle und Die Biermösl Blosn sind im Mittelpunkt von neuen Musikdokus.
Auch unser traditioneller Italienschwerpunkt ist heuer wieder sehr ergiebig ausgefallen. Er führt uns in unterschiedlichste Regionen und Genres. Das italienische Dokumentarfilmschaffen wird durch eine Werkschau des kalabresischen Filmemachers Tommaso Cotronei, der seine Heimatregion porträtiert, gewürdigt. Die Produzentin Gaia Giani wird Vogliamo anche le rose von Alina Marazzi präsentieren, ein Porträt dreier Frauen, das italienische Geschichte aus einem etwas anderen Blickwinkel zeigt. Aus Piacenza kommt Francesco Paladino mit seinem Film Qui scorre il fiume, einer visuell beeindruckenden Annäherung an die Menschen und die Landschaft in der Po-Ebene. Claudio Del Punta wiederum hat sein sozialkritisches Werk Haïiti Chérie in der Karibik gedreht. Insgesamt erwartet die ZuschauerInnen also ein abwechslungsreicher Einblick in das aktuelle italienische Filmschaffen.
Den Würdigungspreis der Stadt Freistadt dürfen wir heuer einem in den letzten Jahren dem Festival sehr verbundenen, liebenswerten Menschen überreichen: Micha Shagrir, der in seinem neuen Film Upper Austrians Without Borders drei emigrierte OberösterreicherInnen in den Mittelpunkt stellt.
In diesem Sinne wünschen wir allen entdeckungsreiche Tage und interessante Gespräche, auch und insbesondere mit den zahlreich anwesenden FilmemacherInnen.

Wolfgang Steininger
Andreas Mittrenga
Markus Vorauer

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