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festival DER NEUE HEIMATFILM 2001
  FESTIVAL #14 - Mi. 22. bis So. 26. August 2001

Info Filme  

Filme

Mein Griechenland
Kurt Mitterndorfer & Souvlaki Express
Lesung mit Musik

Es geht um Griechenland, um "mein" Griechenland, in diesem Programm. Ich versuche in diesem Buch und diesem Programm "meinem" Griechenland auf die Spur zu kommen. Ich gebe keine Reisetips, ich beschreibe keine Orte, ich rate nicht zum Baden in einer bestimmten Bucht, ich verrate nicht "die beste Taverne im Ort".
Die Texte beschreiben meine Stimmungen, Beobachtungen, Erlebnisse und Erfahrungen mit Griechenland und den Menschen dort. Ich bringe die Stille zum Klingen, ich baue der Natur ein Denkmal, ich setze den Menschen in den Mittelpunkt.
Es geht um Janis, den Tavernenwirt, um Sotiris, den Bauern, um einen wunderschönen Strand, um Jorgo, der eine Taverne hat und um einige Touristen, die man in Griechenland ja auch trifft.

Kurt Mitterndorfer
Für die musikalische Reisebegleitung sorgt an diesem Abend das Duo "Souvlaki Express": Spyros Tsoukalas (Gitarre, Bouzouki, Gesang) und Reinhold Huemer (Gitarre, Gesang). Letzterer ist vielleicht besser bekannt als "Hooch" von der Linzer Band "Hooch-Gang".
Die beiden spielen griechische Lieder, die selten oder kaum für Touristen gespielt werden.
Kurt Mitterndorfers Buch Mein Griechenland / I ellada mou ist im Resistenz-Verlag erschienen.

Mi 22. August, 19.30, Salzgasse vor dem Kino (bei Schlechtwetter im Kino)

Il bacio di Guida
Der Judaskuss
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

1988, 83min, Originalfassung mit Simultanübersetzung, R: Paolo Benvenuti, B: Paolo Benvenuti, Gianni Menon, Marcella Niccolini, K: Aldo di Marcantonio, S: Mario Benvenuti, M: Stefano Bambini, Andrea di Sacco, D: Carlo Bachi, Giorgio Algranti, Emidio Simini.
Man stelle sich einen nicht näher definierten Zeitraum und Ort vor, an dem man Zeuge einer Konfession wird: Judas Ischariot erzählt von seiner Beziehung zu seinem Meister, von dem schwierigen Vorhaben, die Worte dieses Mannes zu verstehen, der in seinem kurzen Leben immer wieder versucht hat, von Menschen verstanden zu werden, die dazu unfähig waren.
"Wir stellen uns alle Christus groß, blond, bärtig und mit langem Haar vor. Wenn du dieses Bild korrigierst, reagiert das Publikum mit Widerstand. Mein Christus gefällt sicher nicht jedem. (...) Als ich den Film in Venedig präsentierte, lernte ich Martin Scorsese kennen, der in diesem Jahr seinen Christus-Film zeigte. Er meinte, sein Film sei gewollt sehr billig produziert worden (8 Millionen Dollar) und wollte wissen, wieviel meiner gekostet hat. Ich sagte, er sei viel "teurer" gewesen: 260 Millionen Lire. Er lachte und sagte, dass nur Italiener solche Wunder vollbringen können." Paolo Benvenuti

Paolo Benvenuti
geb. 1946 in Pisa. Schon als Schüler erste Erfahrungen in Bildender Kunst. Er macht 1965 sein Diplom an der Kunsthochschule in Florenz. Ausstellungen in Pisa, Volterra und Taormina. 1968 beginnt er sich für das Avantgarde-Kino zu interessieren und gibt die Malerei auf. Er realisiert einige Kurzfilme, die in völliger Isolation abseits des Marktes entstehen.
1972 wird er Regieassistent von Roberto Rossellini für dessen Film L´età dei Medici und 1975 übt er diesselbe Tätigkeit beim Film Moses und Aaron für Jean Marie Straub und Danièle Huillet aus.
Sein erster Langfilm Il bacio di Giuda (1988) wird in der Settimana Internazionale della Critica beim Festival in Venedig vorgestellt. Confortorio (1992) wird im Wettbewerb der Festivals von Locarno, Montpellier, Saint-Vincent, New-York präsentiert. Auch Tiburzi (1996) und Gostanza da Libbiano (2000), für den Benvenuti den Regiepreis bekommt, laufen im Wettbewerb von Locarno.
Filmographie
Kurzfilme, Dokumentarfilme
1968 Il Balla-Balla; Fuori Gioco / 1971 Del Monte Pisano / 1972 Medea / 1974 Frammento di cronaca volgare / 1975 Pasolini, morte di un poeta / 1978 Il cantamaggio; Bambini di Buti / 1979 Il Cartapestaio / 1983 Il giorno della regata / 1991 Fame

Sa. 25. August, 16.00, Kino 2 - In Anwesenheit von Paolo Benvenuti

C'est quoi la vie?
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

F 1999, 115 min, Französische Originalfassung mit Deutschen UT, R, B: François Dupeyron, K: Tetsuo Nagata, S: Bernard Sasia, M: Michel Portal, Brian Yamakoshi, D: Eric Caravaca, Jacques Dufilho, Isabelle Renauld, Jean-Pierre Darroussin, Michelle Goddet, Claudine Mavros, Elie Tazartes
Nicolas, der Sohn eines Bauern, lebt mit seinen Eltern und Großeltern auf einem Hof. Er führt ein Leben, das geprägt ist von seinen nächtlichen Barbesuchen, von dem Kalben der Kühe und dem Sonnenaufgang. Er ist nicht sicher, ob er dieses Leben weiterführen kann. Sein Vater hat sich verschuldet. Und Nicolas ist sich immer weniger im Klaren darüber, wo sein eigentlicher Platz ist im Leben. Und ob das Leben als Bauer die Zukunft ist, die er sich erträumt.
Als er Maria begegnet, verfällt er sofort ihrem Charme. Sie ist wunderschön, einige Jahre älter als er und lebt mit zwei Kindern in einem kleinen Ort in den Hügeln. Zuhause verschlechtert sich die Lage, bei den Kühen besteht Verdacht auf BSE, und das Drama nimmt seinen Lauf. Nicolas‘ Familie muss den Hof aufgeben.
Er versucht, aus der Situation und seinem bisherigen Leben auszubrechen, doch seine Versuche scheitern kläglich. Schließlich erinnert er sich an einen Satz, den sein Vater gerne zitiert hat: “Ein Bauer kann nicht hungers sterben, solange er einen Hof und etwas zu säen hat.” Endlich kann er Festgehaltenes loslassen.

François Dupeyron
Von 1978 bis 1988 hat F. D. neun Kurzfilme realisiert, darunter La Dragonne und Lamento. Er war Drehbuchautor bei Le Fils Préféré von Nicole Garcia und bei Un Pont entre deux rives von Gérard Depardieu.
Filmographie
1988 Drôle d’Endroit une Rencontre / 1991 Un Coeur qui bat / 1994 La Machine / 1999 C’est quoi la vie? / 2001 La chambre des officiers

Fr. 24. August, 20.00, Kino Katsdorf
Sa. 25. August, 20.30, Local-Bühne
So. 26. August, 14.00, Local-Bühne

Confortorio
Die Tröstung
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

I 1992, 80 min, Originalfassung mit Simultanübersetzung, R: Paolo Benvenuti, B: Paolo Benvenuti, Giuseppe Cordoni, Gianni Lazzaro, Simona Foà, K: Aldo di Marcantonio, S: Mario Benvenuti, D: Emidio Simini, Franco Pistoni.
Die Geschichte, wirklich geschehen, trägt sich in einer Herbstnacht des Jahres 1736 unter Clemens XII in Rom zu.
Abramo Cajvani und Angeluccio della Riccia, zwei jüdische Diebe, werden zum Tod durch Erhängen verurteilt. Der Fall wäre für diese Epoche nichts Besonderes, würden die beiden keine Juden und so ein Urteil seit hundert Jahren in Rom nicht mehr vollstreckt worden sein. So versucht man mit allen Mitteln die beiden zum Übertritt in den katholischen Glauben zu zwingen.

Do. 23. August, 16.00, Kino 2 - In Anwesenheit von Paolo Benvenuti
So. 26. August, 14.00, Kino 2 - In Anwesenheit von Paolo Benvenuti

To Dendro pou Pligoname
Der Baum, den wir verwundeten
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

GR 1986, 75 min, Griechische Originalfassung mit Englischen UT, R, B: Dimos Avdeliodis, K: Philipos Koutsaftis, S: Kostas Fountas, George Chelidonidis, M: Dimitris Papadimitriou, D: Yannis Avdeliodis, Nikos Mioteris, Marina Delivoria, Takis Agoris, Dimos Avdeliodis
Chios, um 1960, ein paar Tage vor den Sommerferien. Die Freundschaft zwischen zwei jungen Buben zerbricht wegen eines Vorfalls in der Schule, ohne dass die beiden das wollen. Nach einer Zeit alleine treffen sie sich mitten im Sommer wieder. Das ist der Beginn einer für beide unvergesslichen Zeit. Bevor sie es noch wahrhaben wollen, ist schon wieder Herbst und die Zeit, in die nächste Klasse zu gehen.
In prägnanten Episoden erzählt Dimos Avdeliodis in diesem frühen Film von der Freundschaft zwischen den Kindern und dem Leben auf der griechischen Insel. In zarten Schattierungen taucht unter der brennenden Sonne das erste Verliebtsein auf. Laute Randale und freche Kämpfe gibt es zwischen den Buben des Dorfes. Vögel werden befreit unter der Nase des Vogelfängers. Und der Baum wird verletzt, damit er sein Harz herausblutet.

Dimos Avdeliodis
Geb. 1952 auf der Insel Chios. Philosophiestudium an der Universität Athen. Als Film und Theaterregisseur tätig.
Filmographie (Auswahl)
1985 Unfairer Wettbewerb / 1986 Der Baum, den wir verwundeten / 1990 Nike von Samothrake / 1999 Das Frühlingstreffen der Feldhüter (2000 Gewinner des Preises der Stadt Freistadt bei "Der Neue Heimatfilm")

Do. 23. August, 21.00, Local-Bühne - Vorfilm Freaky

Ein Dorf tut nichts
Österreichische Erstaufführung
KurzDokumentation

A 2001, 15 min, Beta SP, Deutsche Originalfassung, R, B: Elisabeth Schimana, Markus Seidl, K: Jakob Glatz, Florian Schmeisser, Markus Seidl, S: Martin Matusiak
Beim Projekt "ein dorf tut nichts" im Rahmen des Festivals der Regionen 2001 stellten sich Schimana und Seidl folgende Aufgabe: "gesucht wird ein dorf in oberösterreich mit bäuerlichen strukturen, dessen bewohnerInnen bereit sind, mit uns folgende fragestellungen zu diskutieren:
was bedeutet für die dorfbewohnerInnen gemütlichkeit?
ist es gemütlich nichts zu tun?
was heißt nichts tun?
wer darf was tun, um nichts zu tun?
die ergebnisse gestalten fünf tage nichts tun. für ersatzpersonal und verpflegung wird gesorgt!"
Der Film dokumentiert den Prozeß der Suche nach einem Dorf und die Woche des Nichtstuns mit den BewohnerInnen von Eberhardschlag / Gemeinde Vorderweissenbach. Der Film entstand mit Unterstützung der AK Oberösterreich, in Kooperation mit fish.at und dem Festival der Regionen. Website: http://nichtstun.org

Elisabeth Schimana
Geb. 1958 in Innsbruck. Absolvierung des Lehrgangs für elektroakustische und experimentelle Musik, Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Wien. Studium der Musikwissenschaft (systematisch-vergleichend) und Völkerkunde an der Universität Wien. 1990 Auslandsstipendium für Komposition (University of Keele, Music Departement).
Arbeiten (Auswahl)
1996 Obduktion, Installation und Radiokomposition Offenes Kul-turhaus Linz/ORF Kunstradio / 1998 aus den Tiefen von Sinnen - eine Auftragskomposition des Mu-sikprotokolls; Geschichten I und II und III Radioperformance Kunsthaus Bern, rhiz/ORF Kunstradio und Moskau Festival Alternativa (1999)

Markus Seidl
Geb. 1973. Lebt in Wien, Linz und anderswo.
Arbeiten (Auswahl)
1993-1995 Frontman der Rap-Posse Flavour Force / 1997 Schiff @ Hybrid Workspace auf der Documenta X, Kassel / 1998 Clickscape98 - interweaving the „real“ public space with virtual public space (mit Georg Ritter & Thomas Lehner, Stadtwerkstatt, Linz) / 2000 Social Club (mit Gabi Kepplinger, Elfi Sonnberger, Gitti Vasicek (STWST), Rubia Salgado, Tanja Araujo (MAIZ)).

Do. 23. August, 20.15, Open Air Böck-Hof - In Anwesenheit von E. Schimana & M. Seidl

Favou tous Ellines...
Vorsicht vor den Griechen
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

GR/AUS 2000, 88 min, Griechisch-Englische Originalfassung mit Englischen UT, R: John Tatoulis, B: Tom Galbraith nach einer Idee von Lakis Lazopoulos, K: Peter Zakharov, S: Michael Collins, M: Mikis Theodorakis, D: Lakis Lazopoulos, Zoe Carides, Tasso Kavadia, Noni Ioannidou, John Bluthal
Eine Komödie über eine Vendetta, die anders verläuft als geplant.
Die Geschichte beginnt 1943 auf Kreta, wo einander Pro- und Antifaschisten bekämpfen. Alexandros wird von Vassilis Philipakis erschossen und stirbt in den Armen seiner Frau Maria. Die schwört daraufhin Rache und erzieht ihre Söhne, später ihre Zwillingsenkel mit dem Auftrag, ihre Vendetta fortzusetzen.
In der Jetztzeit stoßen einige ältere kretische Auswanderer im australischen Melbourne auf Vassilis Philipakis, der ein wohlhabender Geschäftsmann geworden ist. Maria wird davon in Kenntnis gesetzt, und es ist an Manos, dem älteren Enkel, den Abtrünnigen zu töten. Manos ist nicht gerade der Killertyp: im Dorf Englischlehrer, ein freundlicher Mann und das genaue Gegenteil von seinem Bruder George, dem revolververliebten, oft betrunkenen Nichtsnutz.
In Melbourne wird Manos von Stephanos in Empfang genommen, einem alten Freund der Familie, dessen Tochter Nicki, alleinerziehende Mutter, einmal in Manos verliebt war. Die Vendetta gerät beinahe in Vergessenheit, bis überraschend auch George auftaucht, der davon überzeugt ist, dass Manos nie und nimmer den Auftrag ihrer Großmutter erfüllen wird.

John Tatoulis
Ist der Gründer der Produktionsfirma Media World P/L in Melbourne, die in den letzten 20 Jahren unzählige Programme für das australische Fernsehen hergestellt hat, von Dokumentationen über Spielfilme bis Zeichentrick.
Filmographie (als Regisseur)
1988 Second Chance (Kurzfilm) / 1989 In too deep / 1992 The Silver Brumby / 1995 Zone 39

Mi. 22. August, ca. 21.00, Kino 2
Do. 23. August, 16.15, Kino 1

Flores de otro mundo
Blumen aus einer anderen Welt
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

E 1999, 106 min, Spanische Originalfassung mit Deutschen UT, R: Iciar Bollain, B: Iciar Bollain, Julio Llamazares, K: Teo Delgado, S: Ángel Hernández Zoido, M: Pascal Gaigne, D: José Sancho, Lissete Mejía, Luis Tosar, Marilín Torres, Chete Lera, Elena Irureta
Drei junge Frauen sind aus unterschiedlichen Gründen in Madrid gestrandet und versuchen, sich eine neue Existenz aufzubauen. Jede von ihnen ist beladen mit einer eigenen Geschichte. Sei es nun Patricia aus der Dominikanischen Republik, die illegal in ständiger Angst lebt, wieder ausgewiesen zu werden. Oder die Kubanerin Milady, die ihre hochfliegenden Weltreisepläne erst einmal in Spaniens Hauptstadt begraben hat. Oder Marirrosi, die schlichtweg ein einsames Geschöpf ohne Kontakt ist. Durch Zufall geraten sie zusammen in ein kleines, sehr seltsames kastilisches Dorf, in dem es – so wird gesagt – weder Frauen noch eine Zukunft gibt. Aber nach den Ereignissen, die einer Singleparty folgen, sieht auch für die Männer dort das Leben um einiges bunter aus. Mit viel Wärme und Humor versteht es Iciar Bollain in ihrem zweiten Film, aus kleinen, tragischen Geschichten großes Kino zu machen.

Iciar Bollain
Geb. 1967 in Madrid. Als Schauspielerin hat sie in bislang 15 Filmen die Hauptrolle gespielt. Im Jahr 1991 wurde sie Partnerin der Filmproduktionsfirma La Igu-ana, schrieb dort Drehbücher sowohl für Dokumentar- als auch Kurzfilme und führte Regie. 1995 debutierte sie mit ihrem ersten Spielfilm als Regisseurin.
Filme als Schauspielerin (Auswahl)
1983 Der Süden (R: Victor Erice) / 1988 Malaventura (R: Manuel Gutiérrez Aragón) / 1992 Un Paraguas Para Tres (R: Felipe Vega) / 1995 Land and Freedom (R: Ken Loach) / 1998 Subjúdice (R: Josep Maria Forn)
Filme als Regisseurin
1995 Hola, estás sola? / 1999 Flores de otro mundo

Fr. 24. August, 17.30, Local-Bühne
Sa. 25. August, 20.00, Kino Katsdorf

Freaky
KurzSpielfilm

A 2001, 27 min, Deutsche Originalfassung, R: Gabriele Neudecker, B: Gabriele Neudecker, Veresa Radosawl-jewitsch, K: Jerzy Palacz, S: Nina Kusturica, M: Stefan Glanois, D: Caroline Neudecker, Tamara Putz, Claudia Wagner, Inge Rendl, Walter Anichhofer, Wolfgang Mayr, Gerlinde Kreuzer
Das 15jährige Salzburger Bauernmädchen Maria erinnert sich in Rückblenden an ihre Freundschaft mit dem russischen Mädchen Natalja – sowie an dessen plötzliches Verschwinden.
Ein Film über österreichische Animosität gegenüber Fremden und Andersdenkenden, den sogenannten “Frissumsonst”. Und eine Geschichte über den Verlust des Vertrauten, über Abschied, Sehnsucht nach dem Unbekannten und Suche nach Heimat.

Gabriele Neudecker
Lebt in Salzburg. Studium Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Französisch, Geschichte und Philosophie an der Universität Salzburg und Berlin. Regie- und Schnittassistenz bei Filmproduktionen in Österreich und Russland. Konzeption und Realisation von PR- und Imagefilmen. Videoinstallation bei Nan Hoover. Ausstellungen in Salzburg, Wien, Berlin, Moskau, Irkutsk. Teilnahme an der Drehbuchakademie des Dreh-buchforums Wien.
Filmographie (Auswahl)
1994 Corvus albus (Kurzvideo) / 1995-1998 Videoinstallation und Performance: Legende die Leidenschafft, forte adagio / 1998 Werbung (Kurzfilm) / 2001 Freaky

Do. 23. August, 21.00, Local-Bühne - In Anwesenheit von Gabriele Neudecker

Fussball ist unser Leben
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

D 1999, 92 min, Deutsche Originalfassung, R: Tomy Wigand, B: Matthias Dinter, Martin Ditzendorf, Christian Thebaud, S: Christian Nauheimer, M: Tobias Neumann, Martin Probst, D: Uwe Ochsenknecht, Ralf Richter, Oscar Ortega Sanchez, Walter Gontermann, Michael Sideris, Tana Schanzara, Marita Marschall
Hans ist arbeitslos, verschuldet – und mit Leib und Seele Fan des FC Schalke 04. In seinem Leben kommt erst der Fußball und dann lange nichts, das muss auch Hans‘ Frau Hilde einsehen. Leider aber konnte Hans zusammen mit seinen Fanclub-Freunden Mike, Bernie und Theo schon lange keinen Sieg der Weißblauen mehr bejubeln. Insbesondere Stürmerstar Dios, das erklärte Idol der Schalker Fußballfreunde, hat ein massives Formtief. Trotzdem ist Hans sicher, dass Dios im nächsten Spiel das Siegtor erzielen wird – und verwettet im Suff sogar sein Haus darauf! Doch als Hans und seine Freunde den südamerikanischen Fußballer zufällig persönlich treffen, müssen sie erkennen, dass mit Dios wirklich nicht mehr viel los ist. Der Südamerikaner säuft, kokst und will unbedingt zum italienischen Nobelverein Inter Mailand wechseln. Um sein Haus zu retten, sieht Hans nur noch eine Möglichkeit: Er entführt Dios und will ihm mit einigen handfesten persönlichen Trainingseinheiten wieder zu alter Form verhelfen. Ein wahnwitziges Unterfangen ...

Tomy Wigand
Absolvierte die Filmhochschule in München. Arbeitete als Cutter u.a. für Roland Emmerich und inszenierte Werbefilme. Als Regisseur drehte er zunächst TV-Serien und TV-Filme. Fussball ist unser Leben ist sein Debüt als Filmregisseur.
Filmographie (Auswahl)
1979 Die Nacht mit Chandler (Darsteller) / 1998 Twiggy - Liebe auf Diät (Regie) / 1999 Fussball ist unser Leben / 2000 Nicht heulen, Husky (Regie)

Do. 23. August, 18.00, Kino 2

Gegen den Strom
Eine Bürgerinitiative.
Dokumentation

A 2001, 45 min, Beta SP, Deutsche Originalfassung, B, R: Martina Theininger, K, T: Phillip Ebermann, Mathias Moser, Richard Mulser, S: Roland Freinschlag, P: Markus Fischer, Fischer Film (für die Bürgerinitiative Traun)
Im oberösterreichischen Lambach soll ein Kraftwerk errichtet werden. BürgerInnen leisten Widerstand. Und zeichnen ihn auf Video auf: Diskussionen, Demonstrationen, die Besetzung der Au, das Aufeinanderprallen von Argumenten und menschlichen Körpern. Das Kraftwerk wird schließlich gebaut und geht im Frühling 2000 ans Netz.
Die Bürgerinitiative übergibt der Filmemacherin Martina Theininger ihr Material, und diese montiert daraus einen Film, der den Widerstand dokumentiert und einige AktivistInnen aus der Distanz mehrerer Jahre darauf zurückblicken lässt. Gegen den Strom führt vor, wie der Konflikt eine Region zu spalten vermag, wie Mitglieder von Global 2000 als bezahlte BerufsdemonstrantInnen hingestellt werden, wie Gendarmen brutal gegen Protestierende vorgehen und Bauarbeiter mit ihren Baggern dabei tatkräftig mittun ­ und nicht zuletzt, wie couragierter gewaltfreier Widerstand aussehen kann. Kraftvolles, engagiertes dokumentarisches (Video)Kino, ohne Naturlyrik, direkt, illusionslos und völlig unsentimental.

Martina Theininger
1985 - 90 Drehbuch- und Regiestudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Seit 1995 Drehbuchautorin und Regisseurin.
Videos (Auswahl)
2000 Stone White Man / 2001 Gegen den Strom. Eine Bürgerinitiative.

Sa. 25. August, 21.00, Open Air, Böck-Hof - In Anwesenheit von Martina Theininger

Gostanza da Libbiano
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

I 2000, 92min, Italienische Originalfassung mit Englischen UT, R: Paolo Benvenuti, B: Paolo Benvenuti, Stefano Bacci, Mario Cereghino, K: Aldo di Marcantonio, S: César Meneghetti, D: Lucia Poli, Valentino Davanzati, Renzo Cerrato
1594, San Miniato al Tedesco (Toskana). Monna Gostanza da Libbiano, eine sechzigjährige Bäuerin, übt ihren Beruf als Natur-heilerin aus. Ihre Praktiken werden den kirchlichen Autoritäten suspekt. Sie wird verhaftet und der Hexerei angeklagt. Zwei kirchliche Beauftragte unterziehen sie einem tagelangen Verhör, das sie dazu bringen soll, ihre “teuflischen Praktiken” zu gestehen.

Sa. 25. Aug. 20.15 Kino 2 In Anwesenheit von Paolo Benvenuti
So. 26. Aug. 16.00 Kino 2 In Anwesenheit von Paolo Benvenuti

Heimspiel
Österreichische Erstaufführung
Dokumentation

D 1999, 95 min, Deutsche Originalfassung, R, B: Pepe Danquart, K: Michael Hammon, S: Mona Bräuer, T: Wolfgang Widmer, M: Walter W. Cikan, Eddi Siblik
Es klingt wie ein Märchen: Der Ostberliner Eishockey-Club Dynamo, in den Wendezeiten schwer erschüttert und schon fast aufgegeben, spielt als “Die Eisbären” inzwischen in der Bundesliga. Die Heimspiele der Mannschaft sind fröhliche Happenings, bei denen sich die gekränkten ostdeutschen Fans den Frust von den Seelen singen und tanzen. In den Umbrüchen der vergangenen Jahre stieg der Club nicht nur sportlich auf – er wurde zum Symbol des erstarkten Selbstbewußtseins der ehemaligen DDR-Bürger, ein Rettungsanker.
Oscar Preisträger Pepe Danquart geht in seinem Film dieser aufregenden Verbindung von Sport und Fans nach, dem Phänomen “Eisbären”, das ein ungewöhliches Spiegelbild der schmerzensreichen deutsch-deutschen Vereinigung ist. Sein Heimspiel ist nicht nur für Sportfreunde interessant.

Pepe Danquart
Geb. 1955 in Singen. Studium Kommunikationswissenschaften an der Universtität Freiburg. Mitbegründer der Medienwerkstatt Freiburg. 1994 erhält er für den antirassistischen Kurzfilm Schwarzfahrer den Oscar.
Filmographie (Auswahl)
1984 Das Wort kann eine Karikatur sein – Friede / 1990 Daedalus / 1992 Schwarzfahrer / 1994 Phoolan Devi – Rebellion einer Banditin / 1995 Old Indians Never Die / 1997 Nach Saison, Heimspiel

Sa. 25. August, 14.00, Kino 1

Idan ta matia mas giortes
Mittelmeergeschichten
Österreichische Erstaufführung
Dokumentation

GR 2000, 77 min, Griechische Originalfassung mit Englischen UT, R, B: Stelios Haralambopoulos, K: Yannis Varvarigos, T: Marinos Athanassopoulos, S: Ioanna Spiliopoulou, M: Nikos Kypourgos
Bilder des Mittelmeergebiets aus Brot, Öl und Wein. In einer einzigen Mahlzeit sind die Geschichte, Geographie, Ökonomie, das Klima, die Zivilisation und die Völker des Mittelmeerraumes präsent. Über Jahrhunderte reiften die Oliven, der Wein und der Weizen in der Sonne dieser Region.
Detailansichten vom Dreschen der Felder, von Ölpressen, Mühlen, Weinkeltern: Spuren einer jahrhundertealten Architektur. Eine Zivilisation umspannt die auf den ersten Blick so unterschiedlichen Welten Griechenland, Türkei und Italien als eine gemeinsame Heimat; auch wenn es scheint, als hätten die Griechisch-Orthodoxe Welt, der Islamische Osten und der Römisch-Katholische Westen hier eine Geschichte der Unterschiede etabliert.
Das Mittelmeer ist als Gewässer der Annäherung, des Ineinan-derfließens aktiv, ohne die unterschiedlichen Dynamiken zu nivellieren. Es hält Raum bereit für Innovation wie auch für Tradition und nicht zuletzt immer wieder für das Feiern nach jeder guten Traubenernte, nach dem Dreschen und wenn die Oliven gepflückt sind.

Stelios Haralambopoulos
Geb. 1956 in Athen. Studierte Wirtschaft und Film in Griechenland und Paris. War Herausgeber des Kunstmagazins GRAPHI. 1988 Mitbegründer der Produktionsfirma Periplus, die sich auf kreative Dokumentationen für Kino und TV spezialisiert.
Filmographie (Auswahl)
1987 The Stroll (Kurzfilm) / 1993 The Moment Time was suspended / 1995 Patmos / 1996 Hades / 2000 Idan ta matia mas giortes

Sa. 25. August, 16.15, Kino 1

Increschantüm
Heimweh
Österreichische Erstaufführung
Dokumentation

CH 2000, 69 min, Beta SP, Rätoromanische Originalfassung mit Deutschen UT, R: Stefan Haupt, K: Hans Schürmann, T: Thomas Thümena, M: Ils Fränzlis da Tschlin, S: Myriam Flury
Increschantüm ist romanisch und heisst Heimweh, Sehnsucht. “Ils Fränzlis da Tschlin” ist eine Formation (Klarinette, Kornett, Violine, Bratsche, Kontrabass), die Volksmusik aus dem Engadin spielt und deren Name auf den legendären Franz Josef Waser zurückgeht, einem blinden Geiger mit absolutem Musikgehör, der Ende des 19. Jahrhunderts im Engadin den Begriff “Fränzlimusik” geprägt hat.
Wenn die “Fränzlis”, die sich rasch wachsender Beliebtheit erfreuen, heute mit ihrem Programm auftreten, fällt häufig der Satz, die Engadiner erkenne man daran, dass sie selbst dann noch Heimweh hätten, wenn sie zuhause seien. Tatsächlich ist das Heimweh tief in der Engadiner Volksseele verwurzelt. So umfasst beispielsweise das Liedgut ausnehmend viele Heimweh- und Heimatlieder, da die Kultur des Engadins über Jahrhunderte hinweg stark durch die Auswanderung und das Söldnerwesen geprägt wurde.
Increschantüm ist ein Film über die Musik der “Fränzlis”, ein Film über die Seele dieser Musik, über die Seele der Menschen, die diese Musik spielen und hören, über ihre Kultur, ihre Geschichte, ihr Spannungsfeld zwischen Tradition und Zukunft, ein Film über die Liebe und Sehnsucht nach dieser Heimat, dem Engadin; ein Film über das Heimweh.

Stefan Haupt
Geb. 1961. 1985-1988 Ausbildung an der Schauspiel-Akademie Zürich. Seit 1989 freischaffend tätig als Filmemacher und Regisseur; Vorstandsmitglied FDS (Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz)
Filmographie
1998 I’m just a simple person (Doku, Regie / Produktion) / 2000 Increschantüm (Doku, Regie / Produktion) / 2001 Utopia Blues (Spielfilm, Drehbuch / Regie) / In Vorbereitung: Unconditional Love – Ein Besuch bei Dr. Elisabeth Kübler-Ross in Arizona (Doku, Regie / Produktion)

Fr. 24. August, 20.15, Open Air, Böck-Hof - Vorfilm Tanzlust
So. 26. August, 16.15, Local-Bühne - Vorfilm Tanzlust

Krajinka
Landschaft
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

SL 2000, 110 min, Slovakische Originalfassung mit Englischen UT, R: Martin Šulík, B: Dušan Dušek, Martin Šulík,
K: Martin Štrba, S: Dušan Milko, M: Vladimír Godár, D: Juraj Paulen, Anton Vaculík, Vilma Cibulková, Csongor Kassai, Jirí Pecha, Jakub Rada, Lukas Miskovic, Ivan Martinka
Der Film erzählt die Geschichte eines Landes. Sie besteht aus Erzählungen von Menschen, die hier lebten und noch immer leben. Sie behauptet nicht, Historie zu sein, obwohl sich aus den Einzelschicksalen nach und nach das Bild einer Zeit ergibt – ihre glanzvollen Momente und ihre tragischen.
Zu Beginn geschieht ein Wunder: Der kleine Ondrejko wird von Doktor Roth durch Zigarrenrauch wiederbelebt. Dann begegnen wir dem jungen Soldaten Imro, der von Madam Agatha eine Uhr erhält als Belohnung für einen heroischen Liebesakt. Der Bettler Cyril Polka stiehlt bei einem Fleischer – und nur der Heilige Christophorus kann ihn vor Schande und der Gendarmerie retten. Der Krieg schließlich macht Freude und Fröhlichkeit ein Ende. Drei verschiedene Armeen gehen über das Land der Familie Kamas, als wäre es ein Schlachtfeld en miniature.
Der Film erzählt von einem Land, das deshalb nicht mehr existiert, weil sich niemand daran erinnert und niemand davon spricht. Er ist der Versuch eines Beginns. Vielleicht erscheint dieses Land bald auch auf einer Landkarte.

Martin Šulík
Geb. 1962 in Zilina. 1981-1986 Studium an der Akademie für Darstellende Kunst in Bratislava, Abteilung Film- und Fernseh-Regie bei Stanislav Parnický. Schon während des Studiums fiel er durch seine erstaunlich reifen Kurzfilme auf.
Filmographie (Auswahl)
1986 Staccato / 1989 Hurá (Hurra, Doku) / 1991 Neha (Zärtlichkeit) / 1992 Všetko co mám rád (Alles was ich mag) / 1995 Záhrada (Der Garten; '97 am Festival "Der Neue Heimatfilm") / 1997 Orbis Pictus / 2000 Krajinka

Fr. 24. August, 16.30, Kino 1
Sa. 25. August, 22.15, Kino 2

Kurische Nehrung
Österreichische Erstaufführung
Dokumentation

D 2001, 92 min, Deutsche Originalfassung, R, B: Volker Koepp, K: Thomas Plenert, T: Matthias Pfister, Uve Haussing
Dort an sarmatischen Ufern: Die Memel fällt durch ein Delta ins Kurische Haff. Vom Meer, der Ostsee, ist das Haff durch die Kurische Nehrung getrennt. Diese wundersame Landzunge ist hundert Kilometer lang und oft nur ein paar hundert Meter breit. Der Sand hat manche Orte verschluckt, erst seit etwas mehr als hundert Jahren stehen die Dünen durch Bepflanzung. Besiedlung durch Kuren und Deutsche. Nach dem Ersten Weltkrieg wird der nördliche Teil litauisch und nach dem Zweiten Weltkrieg der südliche russisch. Auch die neuangesiedelten Menschen lebten meist vom Fischfang. Und jedes Jahr wieder gibt es die großen Vogelzüge über die Nehrung. Die Orte des Filmes heißen Rybatschi (Rossitten) und Nida (Nidden). Dort leben heute vor allem Russen und Litauer, ein paar Deutsche sind im litauischen Teil der Nehrung geblieben.
Diese Art von Dokumentarfilm weist Strukturen auf, die quer zur allgemeinen Entwicklung stehen. Filme werden heute immer schneller. Offenbar glaubt man, sich nicht die Zeit für einen Menschen nehmen zu können, wenn er beispielsweise gerade nichts sagt. Man nimmt sich keine Zeit, Landschaften zu betrachten. Insofern verweigert sich mein Film diesem Trend. Und dann hat dieser Dokumentarfilm wirklich etwas Subversives, nämlich seine langsame Gangart. Volker Koepp

Volker Koepp
Geb. 1944 in Stettin. Nach dem Filmstudium Regisseur am DEFA-Studio für Dokumentarfilm.
Filmographie (Auswahl)
1977 Mädchen in Wittstock / 1995 Kalte Heimat / 1997 Wittstock, Wittstock / 1999 Herr Zwilling und Frau Zuckermann / 2001 Kurische Nehrung

Fr. 24. August, 19.45, Local-Bühne - In Anwesenheit von Volker Koepp (angefragt)
Sa. 25. August, 14.00, Kino 2 - In Anwesenheit von Volker Koepp (angefragt)

Oltremare
Übersee
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

I 1999, 95min, Originalfassung mit Französischen UT & Simultanübersetzung, R: Nello Correale, B: Nello Correale, Laura Fischetto, K: Gino Sgreva, S: Rita Rossi, M: Carlo Siliotto, D: Marco Bonini, Tiziana Lodato, Salvatore Messina, Ida Di Benedetto, Leo Gullotta, Iaia Forte, Luca Zingaretti.
Ende des 19. Jahrhunderts in einem kleinen sizilianischen Dorf, das von Minenarbeitern und Hirten bewohnt wird. Zwei Männer kommen vom Kontinent in dieses Dorf, um eine geheime Reise nach Amerika zu organisieren, die im Voraus bezahlt werden muss. Die Summe ist sehr hoch, doch viele Dorfbewohner lassen sich dazu bewegen, ihren gesamten Besitz zu verkaufen, um nach Amerika zu gelangen. Die Reise ist hart, nach zwei Wochen sieht man die Küste, im Morgengrauen werden die Passagiere von Bord gelassen und sie gelangen auf einen einsamen Strand.

Nello Correale
Geb. 1955 in Mercato S. Severino (SA), Studium der Philosophie und der Theater- und Filmregie in Mailand. Tätigkeit als Lehrer (Philosophie und Drehbuch) von 1981 – 1989. Regieassistent von Roger Corman, Giuseppe Bertolucci, Xavier Koller und Maurizio Nichetti.
Arbeit als Filmemacher seit 1982. Sein erster Langfilm Oltremare (1999) wird in den Wettbewerben von Annecy, Viareggio, Kairo, London und Paris präsentiert und erhält den Jurypreis beim Festival von Villerupt. Sein neuer Film Sotto gli occhi di tutti mit Laura del Sol in der Hauptrolle wird im Herbst 2001 fertiggestellt.
Filmographie - Kurzfilme und Dokumentationen
1992 Divieto di Caccia / 1994 Di quale amore / 1999 Not registered

Ida Di Benedetto
Zählt in Italien derzeit zu den wichtigsten Theater- und Filmschauspielerinnen (Zusammenarbeit mit Giorgio Strehler, Werner Schroeter, Carlo Lizzani, Mario Monicelli, Raul Ruiz)

Fr. 24. August, 19.15, Kino 2 - In Anwesenheit von Nello Correale & Ida Di Benedetto
Sa. 25. August, 18.15, Kino 2 - In Anwesenheit von Nello Correale & Ida Di Benedetto

Profils paysans: l'approche
Landarbeiterprofile: Die Annäherung
Österreichische Erstaufführung Dokumentation

F 2000, 90 min, Beta digi, Französische Originalfassung mit Englischen UT, R, B, K: Raymond Depardon, T: Claudine Nougaret, S: Roger Iklhef
"Es handelt sich um kleine, unauffällige landwirtschaftliche Betriebe. Die Bauern, ob Rentner, Ledige oder bescheidene Ehepaare, werden allzu oft vergessen. Dieser Film ist der Betrachtungsweise, unserer Betrachtungsweise, solcher Bauernhöfe und ihren Bewohnern gewidmet. Wir werden mehrere Jahre zurückverfolgen, um die Entwicklung dieser Betriebe des Mittelgebirges mitzuverfolgen. Die meisten Bauern leben und arbeiten weiterhin auf ihrem eigenen Bauernhof, meistens bis an ihr Lebensende. Junge diplomierte Landwirte suchen Bauernhöfe, die zu bewirtschaften sind. Es gibt aber nur wenige davon, die in den Bergen leben wollen." Raymond Depardon.
In diesem ersten Teil von Profils paysans: – es sind zwei weitere geplant – wo der Filmer seine Darsteller vorstellt, eine Intrige knüpft, ein Drama erfasst, setzt er vor allem einen Rhythmus mit weiträumiger Atmung und lässt uns am Leben anderer teilhaben. Es ist dies die Kunst des Geschichtenerzählens mit dem geschickten Einsatz von bewegten und stillen Momenten, der die Realität und die sie streifende Fiktion zugrunde liegen. Auf diese Weise gelingt es Depardon, das Tempo der Information zu drosseln, welche die Aktualität bewegt und er erlaubt uns, offenherzige oder verschlossene, aber immer einzigartige Menschen kennen zu lernen.

Raymond Depardon
Geb. 1942 in Villefranche-sur-Saone als Sohn einer Bauersfamilie. 1958 geht er nach Paris, um Fotograf zu werden. 1966 gründet er seine eigene Fotoagentur und beginnt dort, auch erste Dokumentarfilm zu drehen. Arbeitet heute als Fotograf, Journalist und Filmemacher.
Filmographie (Auswahl)
1969 Jan Palach / 1980 Dix minutes de silence pour John Lennon / 1983 Faits divers / 1985 Une femme en Afrique / 1990 La Captive du désert / 1994 Délits flagrants / 1996 Afriques: Comment ça va avec la douleur? / 1998 Paris / 2001 Profils paysans: l'approche

Do. 23. August, Open-Air Böckhof - Vorfilm ein Dorf tut nichts

Q-Begegnungen a. d. Milchstrasse
Österreichische Erstaufführung
Dokumentarfilm

CH 2000, 94 min, Originalfassung mit Deutschen & Französischen UT, B, R: Jürg Neuenschwander, K: Patrick Lindenmaier, Steff Bossert, T: Ingrid Städeli, Sandra Blumati, M: Ali Farka Touré, Dinda Sarré, Weltaré Dounetza, Bazounou, S: Regina Bärtschi
Drei Viehzüchter und Milchhändler aus Mali und Burkina Faso reisen in die Schweiz zu drei Berufskollegen um Seeland und im Berner Oberland. Zurück in ihrer Heimat berichten sie von ihren Erfahrungen in diesem “reichen” Alpenland. Im Wechsel der Perspektiven geraten gängige Vorstellungen von Kuh und Milch, Markt und Fortschritt, Menschen und Natur in Bewegung.
Im Film, der in der Sahelzone und in der Schweiz gedreht wurde, geht es um Gemeinsamkeiten und Unterschiede, um Veränderungen, um Vertrautes und Neues in Afrika und in der Schweiz. Markante Persönlichkeiten, die mit Eigensinn und Fantasie die Herausforderungen der Gegenwart anpacken, finden einen Draht zueinander: „Wir begegnen nicht denselben Problemen, jeder kann jedoch vom anderen etwas lernen”, sagt Amadou Dickou, ein nomadischer Kuhhirte aus dem Sahel.

Jürg Neuenschwander
Geb. 1953 in Signau, Emmental. Regisseur und Produzent, Dozent für AV-Gestaltung. Gründungsmitglied der Container TV, AG für Film Fernsehen (1978). Medienberatung, Realisation von Kurz- & Langfilmen, von künstlerischen Projekten und interaktiven Multimedia-Installationen.
Filmographie (Auswahl)
1984, 1985 My mother is in Sri Lanka / 1989-1990 Shigatse - eine Spritze kommt selten allein / 1994-1995 Kräuter & Kräfte ('96 am Festival "Der Neue Heimatfilm") / 1998-2000 Q / 2000-2002 pan

Fr. 24. August, 17.00, Kino 2
Sa. 25. August, 16.30, Local-Bühne

Ratcatcher
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

GB 1999, 93 min, Englische Originalfassung mit Deutschen UT, B, R: Lynne Ramsay, K: Alwin Küchler, S: Lucia Zuchetti, M: Rachel Portman, D: William Eadie, Tommy Flangan, Mandy Matthews, Leanne Mullen, Lynne Ramsay jr.
Der Debutfilm der jungen schottischen Regisseurin Lynne Ramsay gilt als eine der aufregendsten filmischen Entdeckungen der letzten Jahre. Im Mittelpunkt steht der 12jährige James, der mit seiner Familie in den 70er Jahren in einem Arbeiterviertel von Glasgow wohnt. James beginnt, seine Umgebung plötzlich mit anderen Augen zu sehen. Ein Müllwerkerstreik hält die Stadt in Atem, der lange geplante Umzug in ein besseres Viertel wird immer wieder verschoben, die Eltern und die beiden Schwestern nerven, und die lokale Teenager-Gang akzeptiert ihn nicht.
Vor allem aber belastet James ein dunkles Geheimnis: er glaubt schuld zu sein am Tod eines Mitschülers, der im nahegelegenen Kanal ertrunken ist. Doch am Kanal schließt James auch Freundschaft mit der 14jährigen Margaret Anne. Für ihn ist es eine zärtliche und unschuldige Beziehung, die erste Liebe. Aber Margaret Anne läßt sich allzu bereitwillig auch mit den anderen, älteren Jungs ein, und James fühlt sich getrieben von der Sehnsucht nach einem „goldenen“ Ort, wo die Welt wieder in Ordnung ist. Mit dem Bus verläßt er die Stadt und findet sich unversehens auf freiem Feld in einer geheimnisvollen Neubausiedlung wieder, für ihn ein Ort der Träume.

Lynne Ramsay
Geb. 1969 in Glasgow. Studium der Fotografie am Napier College, Edingburgh. 1995 Abschluss der National Film and Television School, London. Zwei Kurzfilme mit autobiographischem Hintergrund gewinnen beide den Jurypreis in Cannes. Ratcatcher ist ihr erster Spielfilm.
Filmographie
1996 Small deaths (Kurzfilm) / 1998 Gasman (Kurzfilm) / 1999 Ratcatcher

Do. 23. August, 16.30, Local-Bühne
Fr. 24. August, 22.00, Local-Bühne

Rivolta Globale Dokumentation
Genoa Thu 19 Jul - Sat 21 Jul 2001

A 2001, 60 min, Originalfassung, Videodoku von John Tylo, K: John Tylo, P: Museum Moderner Kunststoffe
Das Videomaterial wurde unlängst während des G8 counter summit in Genua aufgenommen. Es zeigt die massiven Absperrungen in die Zona Rossa, Teile des umfangreichen Fuhrparks von Polizia, Carabinieri, Guardia di Finanza, Guardia di Costiara und eine grosse Anzahl von bewaffneten Uniformierten. Der Originalton documentiert das Spektrum von modernen Sirenenanlagen wie sie auf den KFZ`s dieser Organisationen, Ambulance und Feuerwehr verwendet werden und Geräusche von Kraftfahrzeugen, die mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind. Weiters Rotorgeräusche von Helicoptern. Das Bildmaterial zeigt auch Teilnehmer von Manifestationszügen, ein Orchester und TänzerInnen, Mitglieder einer Landcommune mit mobilen Pizzaöfen auf dem Gelände des Genoa Social Forum und Rauchschwaden von Tränengasgranaten. In der Folge auch demolierte Bankfilialen, umgestürzte Glas- und brennende Papiercontainer. Wer sich spektakuläre Bilder wie in den Mainstream-Medien erwartet, wird möglicherweise enttäuscht, da der Kameramann entweder zu spät kommt oder zu weit entfernt ist.

backwood - John Tylo
Lives in the backwoods. Grows his own black currant for marme-lade. Owned a representative collection of trash comics as a boy and looked at dozens of western movies when growing older. Used to pick considerable a-mounts of blueberries for several years. Stayed without a single Li-ra in Istanbul once, but took a swim from one shore of the blue nile to the other at Khartoum. Had to catch about 120 flys in a pen-sion at Talaat Harb Str, Cairo, be-fore having a nap one early after-noon. Has read „Treasure Island“, R. L. Stevenson, about six times.
Filmographie (Auswahl)
1995 TRAVELLING IN FORMER CCCP / 1997-1998 WALKS IN THE NEIGHBORHOOD. SPAZIERGÄNGE IN DER UMGEBUNG. / 1998 SOME TRAINRIDES AND WALKS IN A FOREIGN COUNTRY. BAHNFAHRTEN UND SPAZIERGÄNGE IM AUSLAND. Rotterdam, Paris and Brussels / 1999 SOME TRAINRIDES AND WALKS IN A FOREIGN COUNTRY. BAHNFAHRTEN UND SPAZIERGÄNGE IM AUSLAND. St. Petersburg and Moscow / 2000 TRAVELLING BY BICYCLE Bohemia, Moravia, Slovakia, Hungary

Sa. 25. August, ca. 22.00, Open Air, Böck-Hof

La Saison des Hommes
Zeit der Männer, Zeit der Frauen
Spielfilm

F/Tunesien 2000, 124 min, Arabische Originalfassung mit Deutschen UT, R,B: Moufida Tlatli, K: Youssef Ben Youssef, S: Isabelle Devinck, M: Anouar Brahem, D: Rabiaa Ben Abdallah, Sabah Bouzouita, Ghalia Ben Ali, Hend Sabri, Ezzedine Gennoun, Mouna Noureddine
Aicha ist eine junge Frau von der Insel Djerba. Mit 18 Jahren heiratet sie Said, der elf Monate im Jahr in Tunis arbeitet. Wie die Frauen von Saids Brüdern lebt Aicha nun im Haus seiner Mutter unter deren strenger Aufsicht. Sie möchte mit nach Tunis gehen, doch Said verlangt, daß sie ihm zuerst einen Sohn gebiert. So bleibt Aicha in den ersten Jahren ihrer Ehe in Djerba, wo die verheirateten Frauen die alljährliche Heimkehr ihrer Männer aus Tunis wie ein Fest, wie eine zweite Hochzeitsnacht begehen. Doch nach einem Monat ist die „Zeit der Männer“ wieder vorbei.
Im Lauf der Jahre bringt Aicha zwei Töchter zur Welt und endlich auch Aziz, den ersehnten Sohn, der es ihr erlaubt, nach Tunis zu ziehen. Aber der Sohn ist behindert und Aichas Leben in der Hauptstadt wird zum Alptraum. Sie erkennt, daß sie selber für ein eigenbestimmtes Leben kämpfen muß. Mit ihren beiden halberwachsenen Töchtern sucht sie nach einem Weg, den starren Fesseln der Tradition zu entkommen. Nach der „Zeit der Männer“ ist jetzt die Zeit der Frauen gekommen.

Moufida Tlatli
Geb. in Sidi Bon Said (Tunesien). Ab 1968 Studium an der IDHEC in Paris. 1972 kehrt sie nach Tunesien zurück und arbeitet als Cutterin u.a. für Merzak Allou-ache und Férid Boughedir. 1994 entsteht ihr erster Spielfilm Les silences des palais, der mehrere Auszeichnungen erhält.
Filmographie
1994 Les silences du palais / 2000 La saison des hommes

Do. 23. August, 18.30, Local-Bühne
Fr. 24. August, 14.00, Kino 1

Schlagen und Abtun
Österreichische Erstaufführung
Dokumentation

CH 1998, 90 min, Schweizerdeutsche Originalfassung mit Deutschen & Französischen UT, R, B: Norbert Wiedmer, K: Peter Guyer, T: Ivan Seifert, Alain Roulet, Balthasar Jucker, S: Stefan Kälin, M: Felix Hochuli, D: Manfred Binggeli, Beat Grunder, Samuel Käser, Alfred Strahm
Schlagen und Abtun: Die zwei Grundbegriffe eines archaischen und faszinierenden Spiels aus der bäuerlichen Kultur der Schweiz. Entstanden aus dem Wehrgedanken, verkörpert das Hornussen in seiner heutigen Form für die einen den Inbegriff einer bodenständigen Schweiz, für die andern ist es eine Freizeitbeschäftigung auf dem Weg vom Sonntagsvergnügen zum Spitzensport. Die Spieler kommen vorwiegend aus urbanen Verhältnissen. Der einst dominierende Bauernstand ist auch hier zur Minorität geworden.
Im Mittelpunkt des Films stehen vier Hornusser: Mit ihnen gehen wir auf eine zwei Jahre dauernde Reise auf und fernab von Spielfeldern, durch ein Land in zunehmender Verunsicherung. Aus 52 vorgefundenen Situationen und alltäglichen Begebenheiten, dramaturgisch zu einer Erzählung verknüpft, entsteht ein Bild der heutigen Schweiz: Aus Beiläufigem wird exemplarisch filmische Wahrheit.

Norbert Wiedmer
Geb. 1953 in Bern. 1974-1975 Arbeit als Lehrer. 1975-1980 Studium in Paris und München. Ab-schluss an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München. 1980-1982 Wissenschaftlicher Assistent an der HFF, Abteilung Dokumentarfilm. Seit 1982 unabhängiger Filmschaffender, Kameramann, Cutter sowie Lehrbeauftragter an der HFF.
Filmographie (Auswahl)
1985 Das Märchen vom Zigarrenkönig / 1987 Alpenglühn (Co-Regie) / 1994 Ein Frosch, der Kuss, zwei Könige / 1994 Aufbruch / 1996 Besser und besser (Co-Regie mit Alfredo Knuchel) / 1999 Schlagen und Abtun

Sa. 25. August, 14.30, Local-Bühne

Seitsemän Laulua Tundralta
Sieben Lieder aus der Tundra
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

SF 2000, 90 min, OmEnglU, R: Markku Lehmuskallio, Anastasia Lapsui, B: Anastasia Lapsui, K: Johannes Lehmuskallio, S: M. Lehmuskallio, A. Lapsui, P: Jörn Donner Productions, D: Vitalina Hudi, Hatjako Yzangi, Gregory Anaguritsi, Nadeshda Wolodejewa, Nadeshda Horotetto
Anastasia Lapsui und ich haben in den 90er Jahren mehrere Dokumentarfilme gedreht, aber etwas hat immer gefehlt. Mit den Dokumentationen waren wir immer von der momentanen Situation abhängig. Wir dachten, daß ein Spielfilm mehr ausdrücken könnte. Anastasia Lapsui verwandelte einige Legenden und ihre eigenen Erfahrungen in Geschichten, die das Leben der Nenets und anderer Menschen aus der Region über einen langen Zeitraum hinweg beschreiben.
Das erste und das siebte Lied sind dokumentarisch, die restlichen Teile sind inszeniert. Die Nenets haben keine professionellen Schauspieler, nur einfache Leute, Nomaden, Jäger und Fischer. Im Film wird ein Nenet von einem Nenet gespielt, die Rolle des obersten Landwirts wurde vom obersten Landwirt übernommen, die des Lehrers von einem Lehrer; alle spielten sich selbst.
Dies ist der erste Spielfilm, der vollständig in der Sprache der Nenets gesprochen ist. Auch das Drehbuch wurde von einer gebürtigen Nenet geschrieben und durch die gemeinsame Arbeit der Nenets in einen Film verwandelt.

Biofilmographie
Markku Lehmuskallio, geb. 1938 in Finnland. Kurz- und Spielfilme seit 1974, Dokumentarfilme zusammen mit Anastasia Lapsui, einer gebürtigen Nenet, seit 1993 u.a. 1994 Paradise Lost, 1999 Uhri – Elokuva metsästa

Do. 23. August, 22.00, Kino 2

The Sweetest Sound
Österreichische Erstaufführung
Dokumentation

USA 2000, 60 min, Originalfassung mit Deutschen UT, B, R, S, P: Alan Berliner, K: Richard Dallett, T: Ian Vollmer
Alan Berliner ist Rechtsanwalt in Columbus, Ohio. Alan Berliner ist Sozialarbeiter in Seattle, Washington. Alan Berliner ist Star-Fotograf in Los Angeles, Kalifornien. Alan Berliner, der Filmemacher aus New York – nicht zu verwechseln mit dem belgischen Filmemacher Alain Berliner –, ist es leid, mit all diesen Leuten verwechselt zu werden, und beschließt, sich von dem gefürchteten Gleicher-Name-Syndrom zu befreien. Seine Lösung: Alle Alan Berliners dieser Welt zu sich nach Hause zum Abendessen einladen.
Mit der Intimität und dem Humor eines persönlichen Essays taucht er kopfüber in den amerikanischen Namenspool auf der Suche nach den Schätzen und Gefahren, die sich in seinem eigenen Namen verbergen. Der Film, der mit der Suche nach Identität beginnt, geht über in eine Meditation über die Sterblichkeit. Dabei konfrontiert er seine Eltern mit den Ursprüngen seines Namens, seine Schwester mit den Namen, die sie ihren Kindern gegeben hat, und besucht die Jim Smith Society, die National L.I.N.D.A. Convention, die Straßen von New York, Holocaust-Gedenkstätten, das Vietnam Memorial und den Aids-Quilt. Am Ende läßt Berliner uns mit einem größeren Sinn für die Macht und die Magie zurück, die in einem Namen liegen, und dafür, wie unsere Identität unentrinnbar davon geformt wird, wie wir uns nennen.

Alan Berliner
Geb. 1956 in New York City. Seit 1973 unabhängiger Filmemacher und Medienkünstler. Zahlreiche Audio und Video-Skulpturen sowie Installationen.
Filmographie
1989 Broadway’s Dreamers: The Legacy of the Group Theatre (TV) / 1992 Intimate Stranger / 1996 Nobody’s Business / 2000 The Sweetest Sound

Sa. 25. August, 23.00, Local-Bühne
So. 26. August, 12.00, Kino 2

Tanzlust
Österreichische Erstaufführung
KurzDokumentation

A 2001, 20 min, Originalfassung, R, K, S, P: C. B. Schneider, Assistenz: Vesna Tinta
Die "Sunnseitn" hat sich über die Zeit als jährliches Musikereignis etabliert. Traditionelle Volksmusik verschiedener Länder findet in Guttenbrunn bei Hirschbach zusammen. Auf dem internationalen Tanzboden werden vielfältige Brücken z.B. auch Richtung elektronischer Musik geschlagen.
Der Film fängt diese Musik, die aus dem Volk kommt und die Tanzleidenschaft, die aus ihr geboren wird, in unkommentierter Bildsprache ein; verwehrt sich medial-inszenierter Volkstümelei.
Dazwischen sind Sequenzen eines Auftrittes des samischen Musikers Wimme Saari zu sehen, der in seiner musikalischen Sprache innovativ traditionelle Volksgesänge mit Elementen der elektronischen Musik verknüpft.

C. B. Schneider
Videokünstler & Dokumentarist, lebt in Linz.

Fr. 24. August, 20.15, Open Air, Böck-Hof - In Anwesenheit von C. B. Schneider
So. 26. August, 16.15, Local-Bühne

Tiburzi
Österreichische Erstaufführung
Spielfilm

I 1996, 84min, Italienische Originalfassung mit Simultanübersetzung, R: Paolo Benvenuti, B: Paolo Benvenuti, Antonio Masoni, Lele Biagi, Mario Cereghino, K: Aldo di Marcantonio, S: Roberto Perpignani, D: Silvana Pampanini, Pio Gianelli, Roberto Valenti.
Im Frühling 1896, nach fünf Jahren Exil, taucht der Brigant Tiburzi wieder im Sumpfgebiet der Maremma (südl. Toskana) auf. Aber die Zeiten haben sich geändert, der Staat kontrolliert das einstmals wilde Territorium, das durch reiche Latifondisten beherrscht wurde, gegen die sich Tiburzis Kampf richtet. Man engagiert den größten Experten in der Brigantenbekämpfung, Michele Giacheri, und beginnt eine erbarmungslose Jagd durch die Sümpfe der Maremma.

Do. 23. August, 20.00, Kino 2 - In Anwesenheit von Paolo Benvenuti
Fr. 24. August, 15.00, Kino 2 - In Anwesenheit von Paolo Benvenuti

Vaglietti zum Dritten
Dokumentation

CH 1999, 90 min, Schweizerdeutsche Originalfassung mit Deutschen UT, B,R,P: Alfredo Knuchel, K: Norbert Wiedmer, Peter Guyer, S: Kathrin Plüss, M: Bruno Spoerri, Titelsong: Pol Brennan
Boxer teilen hart aus, stecken aber auch viel ein, Stefano Vaglietti, 1989 und 1991 zweifacher Schweizermeister im Superschwergewicht, hat seine schwersten Niederschläge ausserhalb des Rings einstecken müssen. Der Amphetaminsucht zur Bekämpfung seines Übergewichts, in die ihn seine falschen Freunde getrieben hatten, folgte der totale Absturz in die harten Drogen.
Nach fünf Jahren, als er schon fast ausgezählt am Boden lag, besann sich der schwer angeschlagene Vaglietti seiner Leidenschaft. Er sagte sich von den Drogen los und begann wie ein Besessener für sein Comeback zu trainieren. Seinen steinigen Weg zurück an die Spitze verfolgt Alfredo Knuchel mit feinem Gespür und eindrück-lichen Bildern. Er porträtiert aber nicht nur einen verbissen trainierenden Boxer, sondern zeigt auch einen sensiblen und eloquenten Menschen, der mit seiner wilden Lebensgeschichte zu faszinieren vermag. Und der ewige Underdog, der in einfachsten Verhältnissen in Bern aufgewachsen ist, scheint aus seinen Niederschlägen gelernt zu haben. Trotz Rückschlägen verliert er sein Ziel nicht mehr aus den Augen: Er will ein drittes Mal Schweizer Meister werden!

Alfredo Knuchel
Geb. 1938 in Bern. 1970-1986 in verschiedenen Funktionen bei Schweizer Radio International. 1987-1990 Direktor des Schweizer Filmzentrums. Seit 1991 freier Publizist und Berater diverser Filmfestivals (San Sebastian, Saarbrücken, u.a.). 1996 realisierte er mit Besser und besser seinen ersten langen Film.
Filmographie
1996 Besser und besser (Co-Regie: Norbert Wiedmer) / 1999 Vaglietti zum Dritten

Fr. 24. August, 21.30, Kino 2 - In Anwesenheit von Alfredo Knuchel
Sa. 25. August, 18.30, Local-Bühne - In Anwesenheit von Alfredo Knuchel

Werckmeister Harmóniák
Die Werckmeisterschen Harmonien
Spielfilm

H/D 2000, 145 min, Ungarische Originalfassung mit Deutschen UT, R: Bela Tarr, B: László Krasznahorkai, Béla Tarr, K: Gábor Medvigy, Jörg Widmer u.a., Musik: Mihály Vig, D: Lars Rudolph, Peter Fitz, Hanna Schygulla, János Derzsi
Eine Kleinstadt in der ungarischen Tiefebene. Es ist zwanzig Grad unter Null, aber es liegt kein Schnee. Selbst bei dieser Kälte stehen Hunderte von Menschen vor einem Zirkuszelt Schlange, um nach langem Warten die einzige Attraktion zu besichtigen: einen ausgestopften Wal. Aus den benachbarten Ortschaften, der gesamten Tiefebene, aus dem ganzen Land strömen die Menschen herbei. Blind folgt die dumpfe, gesichtslose, zerlumpte Menge dem unförmigen Monster. Dieser Ausnahmezustand – die extreme Kälte, das Auftauchen der vielen Fremden – die Ordnung der Stadt außer Kraft. Zum Ausbruch kommt die aufgestaute Spannung, als plötzlich der Prinz, der sich hinter dem Wal versteckt, erscheint.
In dieser Geschichte bricht sich die bestialische Wut der Enteigneten zeitgleich mit einem Hungermarsch Bahn, während die moralischen Werte der Mittelschicht an Bedeutung verlieren und die gängige Ordnung zur Karikatur gerät. Dennoch glaube ich, daß in der Beziehung zwischen Eszter und Valushka menschliche Wärme zu spüren ist. Sie symbolisiert die Hoffnung, daß sich trotz allem die menschliche Würde behaupten kann – selbst wenn sie armselig, erniedrigt und mit Füßen getreten in Erscheinung tritt.

Béla Tarr
Geb. 1955 in Pécs, Ungarn. Filmstudium in Budapest. Seit 1981 Regisseur bei Mafilm, Tätigkeit am Béla Balász-Studio.
Filmographie (Auswahl)
1987 Kárhozat (Verdammnis) / 1991-1994 Sátántangó / 1995 Utazás az alföldön (Reise in der Tiefebene) / 2000 Werckmeister Harmóniák

Fr. 24. August, 14.30, Local-Bühne

Die Zeit ist da
Österreichische Erstaufführung
Dokumentation

A 2001, 45 min, Deutsche Originalfassung, Konzept: Edith Stauber, Michaela Mair, Interviews: Michaela Mair, K, S: Edith Stauber, M: Doug Hammond, Gust Mal
Die Übersiedelung ins Altersheim ist unausweichlich. Die Wohnung wird aufgelassen, das Haus überschrieben, ein zwei Koffer gepackt. Die Photos kommen mit, der Teddybär und die Erinnerung. Im Heim wartet ein neues Bett in einem hellen sauberen Zimmer und professionelle Pflege.
Frühstück, Mittagessen, Nachtmahl, Weihnachtsfeier, Faschingsparty, Grillfest. Draußen vor dem Fenster die Jahreszeiten. Innenansicht eines Altersheimes. Nachtlicht, Morgentoilette, Gehhilfen, moderne Kunst, Erinnern, Vergessen, Rollwagerlstau, sprechende Aufzüge und die Frage an den Pfefferstreuer: Wo ist daheim?
Ein alter Mann steigt über den Zaun. Die neuen BewohnerInnen bringen Leben in das orangefarbene Haus mit den langen Gängen. Und das neue Haus formt seine BewohnerInnen. Individualität schafft sich Platz im vorgegebenen Tagesrhythmus. Und das Warten löst die Erwartung ab.
Ein Filmteam hat zwei alte Menschen bei ihrer letzten großen Unternehmung ein Jahr lang begleitet. Der Film dokumentiert die großen und kleinen Schritte ins Leben mit der neuen Ordnung.

Edith Stauber
Geb. 1968 in Linz. 1988: Matura. 1990 - 92: Absolvierung einer Tischlerlehre. Seit 1992 Filmvorführerin. 1993 – 2001: Studium an der Hochschule für künstl. und industr. Gestaltung Linz, Meisterklasse visuelle Me-diengestaltung, Film und Video
Filmographie - (Kurzfilme, Auswahl)
Oma´s Stimme / Bildwerfer / Schwierig / Videodokumentationen für O.K - Centrum für Gegenwartskunst / 1999 –2001: Die Zeit ist da / 2001: Der Maler schaut nicht hin (Dokumentation über Kunst im Altersheim)

Michaela Mair
Geb. 1968 in Linz. Nach AHS Arbeit im kulturellen Bereich und Gastgewerbe, 94-96 Mitarbeiterin im Programmkino Movie-mento, 96 Dolmetscherin für Gebärdensprache, 97-99 Autorin (Landeskulturzeitschrift blick-punkte), 98-00 Mitarbeiterin der IG OÖ. Autoren (Literaturcafé mit OÖ. Buchhandlung), 97-01 Beraterin und Trainerin in 2 So-zialprojekten (Jugendliche und Frauen)

Sa. 25. August, 20.00, Open-Air, Böck-Hof - In Anwesenheit von E. Stauber & M. Mair