Theater

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am Donnerstag, 04.10.2018 um 20:00

ARBEIT, LEBENSNAH – KÄTHE LEICHTER & MARIE JAHODA


Koproduktion von portraittheater mit AK Kultur und Theater Drachengasse
Ort: Salzhof

„ARBEIT, LEBENSNAH – KÄTHE LEICHTER UND MARIE JAHODA“
Eine Koproduktion von portraittheater mit AK Kultur und Theater Drachengasse

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Womit haben Frauen in der Arbeitswelt zu kämpfen? Wie wirkt sich Arbeitslosigkeit auf die Menschen aus? Mit diesen Fragen befassten sich zwei Pionierinnen der sozialwissenschaftlichen Forschung in Österreich: Käthe Leichter (1895 – 1942) und Marie Jahoda (1907 – 2001). Bekannt wurde Käthe Leichter als erste Leiterin des Frauenreferats der Arbeiterkammer Wien mit Untersuchungen über Arbeitsbedingungen von Frauen. Marie Jahoda hat als Autorin der Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ weltweit Bekanntheit erreicht und sich auch im Exil mit Fragen rund um das Thema Arbeit beschäftigt. Ihre Lebenserinnerungen und wichtigen Erkenntnisse rückt portraittheater ins Zentrum des neuen Theaterstücks „Arbeit, lebensnah – Käthe Leichter und Marie Jahoda“.

Anita Zieher und Katrin Grumeth erwecken die zwei Frauen zum Leben und bieten ein packendes Theaterstück mit hochaktuellen Themen.


"Arbeitslosigkeit führt zur Resignation, nicht zur Revolution."
Marie Jahoda

"Die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Leistung muss nach wie vor als oberstes gewerkschaftliches Prinzip gelten."
Käthe Leichter


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Dauer: 95 Minuten, keine Pause

DAS TEAM
Regie: Sandra Schüddekopf
Schauspielerinnen: Katrin Grumeth, Anita Zieher
Text: Sandra Schüddekopf, Anita Zieher mit Originalzitaten von Käthe Leichter und Marie Jahoda
Bühnenbild: Eva Maria Schwenkel
Kostüm: Cinzia Cioffi, Marlene Auer
Musik: Rupert Derschmidt


„Auch wenn Arbeit, lebensnah von einer längst vergangenen Zeit erzählt und sich eng an den heldenhaften Biografien und dem damaligen Um- und Zuständen orientiert, so blitzen zwi-schendurch immer wieder Einsichten über Politik, Gesellschaft und das Leben auf, die in Zeiten wie diesen Trost und Rat geben.“ (Der Standard, 16.2.2018)

„… eine fokussierte Inszenierung, die Aktuelles in einen zeitgeschichtlichen Horizont stellt.“ (Falter 8/18)


portraittheater
Der Verein portraittheater wurde 2006 mit dem Ziel gegründet, Personen, die durch ihr politisches, philosophisches, wissenschaftliches oder künstlerisches Wirken eine außergewöhnliche Rolle in der Gesellschaft erreicht haben, einem breiteren Publikum durch künstlerische Darstellung vorzustellen. Einen Schwerpunkt bildet die Porträtierung von herausragenden Frauen, um deren Bedeutung in der Öffentlichkeit besser sichtbar zu machen.
www.portraittheater.net

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ARBEITEN FÜR VERÄNDERUNG
Interview mit Anita Zieher, Schauspielerin und Obfrau von portraittheater

AK-Kultur: Im neuen Stück von portraittheater beschäftigen Sie sich mit Käthe Leichter und Marie Jahoda. Worum geht es in dem Stück?
ZIEHER: Wir porträtieren diese zwei Frauen in der Zeit der Umbrüche der 20er und 30er Jahre und veranschaulichen auch wichtige Ergebnisse ihrer Forschung, die heute noch von Bedeutung sind. Käthe Leichter hat die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen erfasst und daraus Forderungen zur Verbesserung ihrer Situation abgeleitet.
Marie Jahoda und ihre Kollegen sind für ihre weltberühmte Studie in den kleinen Ort Marienthal gegangen, um das Leben der großen Anzahl von Arbeitslosen dort zu erforschen. Eine wichtige Erkenntnis war, dass Arbeitslosigkeit nicht zur Revolution führt, sondern die Menschen oft resignieren lässt.

AK-Kultur: Was ist der Bezug zur Gegenwart?
ZIEHER: Frauen verdienen noch immer weniger als Männer. Dabei war das ja schon eine zentrale Forderung von Käthe Leichter, dass es gleichen Lohn für gleiche Arbeit geben muss. Lohndumping und ungesicherte Arbeitsverhältnisse gibt es heute z. B. im Bereich Crowdworking, wo auch nur auf Bedarf und wenig geschützt zu geringsten Preisen Aufträge erledigt werden. Auch das Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, das etwa für Hausgehilfinnen und für Fabriksarbeiterinnen damals ein großes Problem war, ist leider auch heute noch aktuell.

AK-Kultur: portraittheater ist seit vielen Jahren bekannt für die lebendige Aufbereitung von Geschichte und das Zeigen ungewöhnlicher Frauenbiografien, wie zuletzt in „Geheimsache Rosa Luxemburg“. Ihr wart ja mit einigen Stücken auch weltweit unterwegs, in den USA und in Australien. Was macht den Erfolg dieser Art von Theater aus?
ZIEHER: Wir bekommen oft als Rückmeldung, dass die Leute so viel erfahren in diesen Stücken, dass es wie eine lebendige Geschichtsstunde ist, aber eben nicht fad. Sie bekommen ein Bild von interessanten Frauen und dadurch oft auch den Anstoß, sich selbst mit ihnen zu beschäftigen.
Wir möchten auch zeigen, dass es viele mutige und wichtige Frauen gibt, die in der Geschichtsschreibung einfach nicht oder zu wenig vorkommen. Käthe Leichter und Marie Jahoda kennt wahrscheinlich auch nicht jeder. Das ist doch ein guter Grund, sich das Theaterstück anzuschauen und diese beiden außergewöhnlichen Frauen kennenzulernen!

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Vorverkauf: Kino & Buchhandlung Wurzinger in Freistadt

Vorverkaufspreise:
EUR 15
EUR 13 - Arbeiterkammer Leistungscard
EUR 8 - Schüler*innen, Lehrnlinge, Student*innen bis 26 J.

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